Xiaomi Mi Band 5: Test des China-Fitnesstrackers

Gut ein Jahr nachdem das Mi Band 4 auf den Markt kam, hat Xiaomi nun mit dem Mi Band 5 nachgelegt. Obwohl der neue Fitnesstracker viele Neuheiten mitbringt ist der Preis erstaunlicherweise ebenso niedrig geblieben* wie beim VorgÀngermodell. In unserem folgenden Artikel möchten wir auf die Einzelheiten und Besonderheiten des China-Trackers eingehen und eine EinschÀtzung abgehen ob sich der Kauf lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Technische Daten

Bevor wir mit unserem Testbericht beginnen, möchten wir wie immer zunÀchst einen Blick auf die technischen Spezifikationen des Mi Band 5 werfen, diese haben wir euch in der folgenden Tabelle zusammengetragen:

Hersteller:Xiaomi
Modell:Mi Band 5
GehÀuse:Kunststoff
Display:1,1" OLED-Touch-Display mit 294x126 Pixel (291 PPI)
Prozessor:Dialog DA14697
Speicher:16 Megabyte
Arbeitsspeicher: 512 Kilobyte
Wasserdicht:50 Meter
Drahtlose Funkverbindungen:Bluetooth 5.0
AnschlĂŒsse:Magnetischer Ladeport (USB-A Kabel)
Akku:125 mAh (bis zu 14 Tage Laufzeit)

Unboxing & Lieferumfang

Das Mi Band 5 wird euch in einer Ă€hnlichen Verpackung geliefert wie das VorgĂ€ngermodell, auf der Außenverpackung findet sich eine große Abbildung des Fitnessarmbandes wieder, darunter ist eine große „5“ angebracht.

In der Verpackung findet ihr neben dem Mi Band 5 inklusive Silikonarmband auch ein passendes magnetisches USB-Ladekabel sowie eine Bedienungsanleitung vor. Je nachdem ob ihr euch fĂŒr die chinesische Version oder fĂŒr die globale Version des Fitnesstrackers entscheidet, ist die Anleitung und Verpackung in chinesischer oder englischer Sprache verfasst – natĂŒrlich können beide Varianten direkt in der App auch auf Deutsch umgestellt werden – Nachteile habt ihr hierzulande also bei keiner Version.

Installation

In der Kurzanleitung findet ihr einen QR-Code vor der euch direkt zum AppStore fĂŒhrt, dort kann dann die „Mi Fit“ heruntergeladen werden. Falls ihr keinen QR-Scanner installiert habt, könnt ihr einfach im Apple AppStore oder im Google Play Store nach der kostenfreien „Mi Fit“ App suchen und den Download anstoßen.

Nach dem ersten öffnen der „Mi Fit“ App muss zunĂ€chst ein passender Mi-Account angelegt werden, diesen könnt ihr entweder mit Hilfe eurer eMail Adresse und einem neuen Passwort erstellen oder ihr nutzt die Facebook- bzw. Google-Login Optionen. Danach fragt die Anwendung einige Persönliche Daten ab, darunter etwa Geschlecht, KörpergrĂ¶ĂŸe und Gewicht – diese Angaben sind notwendig um den spĂ€teren Kalorienverbrauch berechnen zu können.

Ersteinrichtung

Nachdem die Accounterstellung erfolgreich abgeschlossen wurde, mĂŒssen wir das Mi Band 5 mit unserem Smartphone verbinden. Dazu schließen wir das magnetische Ladekabel an der RĂŒckseite unseres Mi Band’s an um dieses zu aktivieren. Falls ihr die Mi App geöffnet habt, könnt ihr nun unter dem „Profil“ -Tab ein neues GerĂ€t hinzufĂŒgen, dort wĂ€hlt ihr euer Mi Band 5 aus. Wenige Sekunden spĂ€ter sollte eine Kopplungsanfrage auf eurem Fitnessarmband angezeigt werden, diese bestĂ€tigt ihr mit dem Tipp auf den Haken.

Euer Smartphone verbindet sich anschließend mit dem Mi Band 5 und spielt eventuell einige Updates ein, dieser Vorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Direkt im Anschluss solltet ihr trotzdem noch eine manuelle Suche nach Updates innerhalb der App vornehmen und diese ebenfalls einspielen – nur so stehen euch alle Funktionen und Sprachen beim Mi Band zur VerfĂŒgung.

Über die Smartphone-App könnt ihr ebenfals sĂ€mtliche Daten eures Mi Band’s im Blick behalten, außerdem können dort etwa auch die per GPS erfassten Trainingsrouten dargestellt werden. Ein weiteres interessantes Feature ist auch das Schlaftracking, dort könnt ihr euch die REM-Phasen, Leicht- und Tiefschlafphasen anzeigen lassen.

Unter dem „Shop“ MenĂŒpunkt können außerdem eine Vielzahl von kostenfreien Watchfaces fĂŒr das Mi Band 5 heruntergeladen werden, auch eigene Watchfaces können dort mit dem eigenen Bild erstellt werden. Ein paar der Designs bieten sogar kleinere Animationen an, die Übertragung dessen erfolgt innerhalb weniger Sekunden mittels Bluetooth auf das Armband.

Hauptfunktionen

Durch hoch und herunterwischen könnt ihr auf dem Mi Band 5 Display in verschiedene Funktionen wechseln, außerdem könnt ihr durch rechts und links wischen auch in die Wetteranzeige oder Musiksteuerung wechseln, falls diese auf eurem Smartphone gerade aktiv ist. Die Hauptfunktionen in der ersten Bedien-Ebene lauten wie folgt und können in der Reihenfolge ebenfalls ĂŒber die Smartphone-App beeinflusst werden:

Status: Hier werden die heutigen Daten und Informationen bezĂŒglich zurĂŒckgelegter Strecke Kalorienverbrauch und InaktivitĂ€tswarnungen dargestellt. Wer auf dem OLED-Display etwas herunter wischt, kann außerdem die Schrittanzahl der letzten paar Tage abrufen.

Benachrichtigungen: Hier werden euch sĂ€mtliche ungelesene Benachrichtiungen angezeigt, etwa ankommende eMails, WhatsApp-Nachrichten und Co., die jeweiligen App’s können ĂŒber die Mi Fit App auf eurem Smartphone definiert und nach euren persönlichen WĂŒnschen angepasst werden.

Ereignisse: Über die Smartphone-App lassen sich hier noch Ereignisse einstellen, diese können dann direkt ĂŒber das Mi Band abgefragt und angezeigt werden. Diese können einmalig oder auch wiederkehrend eingestellt werden – das Armband vibriert und zeigt dann das Ereignis auf dem Display an, sobald die Uhrzeit erreicht ist.

Wetter: Dort wird euch das heutige Wetter inklusive Regenwahrscheinlichkeit, Windgeschwindigkeit und UV-Strahlung angezeigt, außerdem sind dort auch noch die Temperaturen der vier Folgetage zu finden. Die Wetterdaten werden regelmĂ€ĂŸig vom Smartphone auf das Band ĂŒbertragen und der Ort kann entweder automatisch oder manuell eingestellt werden.

Training: Hier stehen euch „Laufen im Freien“,  „Laufband“, „Radfahren“, „Indoor-Radfahren“, „Gehen“, „Crosstrainer“, „Rudermaschine“, „Yoga“, „Seilspringen“, „Beckenschwimmen“ und „Training“ als Auswahl zur VerfĂŒgung. Beim Radfahren wird etwa die GPS-Position von eurem Smartphone aufgezeichnet, außerdem werden euch relevante Daten wie Geschwindigkeit und vieles mehr auf dem OLED-Display prĂ€sentiert. Beim Seilspringen kann dagegen die Sprunganzahl von dem Band flexibel erfasst werden.

Puls: Die typische Messung der Herzfrequenz kann hier manuell gestartet werden, natĂŒrlich ist das Band auch in der Lage selbstĂ€ndig Messungen im Minutentakt vorzunehmen, diese wĂŒrden euch dann direkt auf der Hauptansicht dargestellt werden. Die Pulsmessung dauert nur wenige Sekunden und wird durch die rĂŒckseitigen grĂŒnen LED’s realisiert.

Atmen: Hier können AtemĂŒbungen durchgefĂŒhrt werden, das Armband gibt euch den Takt vor wann ihr einatmen und zu welchem Zeitpunkt ihr ausatmen sollte. Die Minutenanzahl wie lange die komplette Übung dauern soll, könnt ihr dagegen selbst ĂŒber den Fitnesstracker festlegen.

Stress: Die Stressmessung ist beim Mi Band 5 ebenfalls neu hinzugekommen, hier wird auch mit Hilfe der rĂŒckwĂ€rtigen Sensoren die Stressquote im Bereich 1 bis 100 bestimmt, ein hoher Wert bedeutet viel Stress, ein niedriger wenig.

PAI: Ebenfalls neu ist auch der „PAI“ MenĂŒpunkt, dabei handelt es sich um die persönliche AktivitĂ€tsintelligenz, dort finden sie also regelmĂ€ĂŸig eine Art Gesundheitsbericht vor der ĂŒber einen Zeitraum der letzten 7 Tage errechnet aufgrund ihrer AktivitĂ€tsdaten errechnet wurde. Wer möchte kann die Option sowohl ein- oder auch ausschalten.

Menstruationszyklus: Xiaomi bewirbt außerdem das Frauen-Gesundheits-Tracking, womit die neue Funktion zur Berechnung des Menstruationszyklus gemeint ist.

Mehr: Hinter diesem MenĂŒpunkt verstecken sich weitere Funktionen und Features, diese haben wir euch ausfĂŒhrlich in dem folgenden Absatz beschrieben.

Features

Sollten euch die bisherigen Hauptfunktionen noch nicht ausgereicht haben, so stehen euch im UntermenĂŒ „Mehr“ eine Vielzahl von weiteren Features bereit:

Alarm-Funktion: Wecker können in diesem MenĂŒ aktiviert oder auch deaktiviert werden, die Weckzeit kann allerdings nur in der Mi Fit Smartphone-App eingestellt werden. Sollte ein Wecker aktiv sein, so vibriert euer Band zur eingestellten Zeit mehrmals, ĂŒber das Display könnt ihr den Wecker dann abschalten.

Kamera-Steuerung: Damit lĂ€sst sich die Smartphone-Kamera ĂŒber euer Mi Band 5 auslösen, dies ist z.B. hilfreich wenn ihr ein Gruppenfoto aufnehmen möchtet und selber auch auf dem Bild sein wollt. Aktiviert einfach die normale Kamera-App auf eurem Smartphone, und öffnet die Kamera-Steuerung auf dem Mi Band, per Knopfdruck löst ihr dann aus.

Musik-Steuerung: Über diese Funktion verlagert ihr die Musiksteuerung auf das Fitnessarmband, dadurch wird euch z.B. der aktuelle Musiktitel angezeigt und ihr könnt zum vorherigen oder nĂ€chsten Song skippen, auch die MusiklautstĂ€rke lĂ€sst sich darĂŒber beeinflussen – damit auch perfekt in Kombination mit Bluetooth-Kopfhörern einsetzbar.

Stoppuhr: Kurz mal eine Zeit stoppen ist auch direkt mit dem Mi Band 5 möglich. Weiterhin lassen sich damit auch Rundenzeiten stoppen bzw. auch die Stoppuhr kurz pausieren.

Timer: Falls ihr die Zeit rĂŒckwĂ€rts zĂ€hlen möchtet, so kommt euch die eingebaute Timer-Funktion zu gute. Einfach Minuten und Sekundenanzahl einstellen und starten, nach Ablauf werdet ihr mit mehrmaligem vibrieren darauf hingewiesen.

Weltuhr: Hier sind mehrere Weltuhren hinterlegt, weitere lassen sich ĂŒber die Smartphone-App hinzufĂŒgen. Perfekt wenn man wissen möchte wie spĂ€t es gerade in New York oder in Peking ist ohne immer auf das Handy schauen zu mĂŒssen.

Handy orten: Smartphone verlegt, kein Problem solange ihr in Bluetooth-Reichweite seid, könnt ihr ein Ortungston abspielen lassen. Einfach die „Handy orten“ Funktion auf dem Fitnessband aktivieren und schon sollte sich euer Smartphone bemerkbar machen.

BNS (Bitte nicht stören): Solltet ihr mal etwas ruhe wĂŒnschen so können ĂŒber dieses UntermenĂŒ sĂ€mtliche Benachrichtigungen fĂŒr eine gewisse Zeit ausgeschaltet werden. Auch eine automatische Zeitsteuerung der BNS-Funktion ist möglich, sodass man z.B. Nachts nicht mehr von WhatsApp-Nachrichten gestört wird.

Anzeige: In diesem UntermenĂŒ lassen sich die verschiedenen Watchfaces festlegen und wechseln. Auch Watchfaces die frĂŒher schon vom Handy ĂŒbertragen wurden sind hier noch vorzufinden und können erneut eingestellt werden.

Einstellungen: Dort findet ihr unter anderem die Helligkeitseinstellung fĂŒr das OLED-Display des Mi Band’s wieder (5 Helligkeitsstufen auswĂ€hlbar) und die Display-On-Zeit, außerdem kann hier auch ein Neustart ausgefĂŒhrt werden oder das GerĂ€t zurĂŒckgesetzt werden (falls ihr dieses mal mit einem anderen Handy synchronisieren möchtet).

Alipay: Solltet ihr das chinesische Mi Band 5 nutzen mit eingebautem NFC-Chip, so wird bei euch auch eine „Alipay“ Funktion aufgefĂŒhrt, diese ist eigentlich fĂŒr drahtlose Zahlungen vorgesehen, kann allerdings ausschließlich in China verwendet werden und ist somit fĂŒr euch hierzulande nutzlos.

Vergleich zum Mi Band 4

Wie genau sich das Mi Band 5 gegenĂŒber dem VorgĂ€ngermodell unterscheidet, möchten wir euch ĂŒbersichtlich in der folgenden Tabelle darstellen:

 Mi Band 5Mi Band 4
Display:1,1" OLED, 294x126 Pixel (291 PPI)0,95" OLED, 240x120 Pixel (282 PPI)
Akku:125 mAh135 mAh
Gewicht:24 Gramm22 Gramm
Abmessungen:47,2 x 18,5 x 12,4 mm46,9 x 17,9 x 12 mm
Laufzeit:14 Tage20 Tage
Display-Helligkeit:450 Nits400 Nits
Neue Funktionen:PAI, Menstruationszyklus, Stresserfassung, AtemĂŒbung

Neben vielen neuen Funktionen und Trackingsmethoden verfĂŒgt das Mi Band 5 ĂŒber ein etwas grĂ¶ĂŸeres und höher aufgelöstes Display als der VorgĂ€nger, dies geht allerdings zu lasten der Akkulaufzeit. Statt 20 Tage kommt das neue Modell nur noch etwa 14 Tage mit einer Batterieladung aus, dafĂŒr ist der Aufladevorgang dank dem neuen Magnetkabel nicht mehr so nervig wie bisher und die Displayhelligkeit höher.

Die Angaben zur Akkulaufzeit mĂŒssen natĂŒrlich dennoch mit Vorsicht genossen werden, je nachdem wie intesiv ihr euch tracken lassen möchtet, kann diese teilweise erheblich abweichen – am meisten Strom frisst weiterhin die Displayanzeige sowie die kontinuierliche Pulsmessung, diese lĂ€sst sich in der App natĂŒrlich nach euren WĂŒnschen anpassen.

Da das Xiaomi Mi Band 5 leicht grĂ¶ĂŸer geworden ist, können vorhandene Mi Band 4 ArmbĂ€nder nicht mehr verwendet werden und mĂŒssen fĂŒr das neue Modell neu erworben werden. ErsatzbĂ€nder bzw. auch MetallbĂ€nder können bei den gĂ€ngigen China-Shops meist schon im Preisbereich von 4 bis 8 Euro inklusive Versand erworben werden, natĂŒrlich gibt es dort auch höherwertige und teurere Varianten.

Batterielaufzeit

Auch die Batterielaufzeit haben wir unter die Lupe genommen, diese hĂ€ngt wie bereits etwas weiter oben erwĂ€hnt, grundsĂ€tzlich von den Messintervallen sowie von der gewĂ€hlten Displayhelligkeit ab. In unserem Testaufbau haben hatten wir die Displayhelligkeit tagsĂŒber auf der maximalen Stufe und nachts das kontinuierliche Schlaftracking aktiviert, außerdem wurde jede Minute der Puls erfasst.

Nach ĂŒber 5 Tagen Einsatz hatte unser Xiaomi Mi Band 5 noch eine RestkapazitĂ€t von 50 Prozent, sodass man auch beim aktivieren des kompletten Trackings wohl auf eine Akkulaufzeit von ca. 10 Tagen kommen dĂŒrfte. NatĂŒrlich kann der Pulsmessungs-Intervall auch innerhalb der App angepasst werden und so die Laufzeit wohl auf das bisherige Mi Band 4 Niveau ausgeweitet werden.

Fazit

Klein, gĂŒnstig und dennoch gut, das umschreibt das Mi Band 5 eigentlich ganz gut. Das Fitnessarmband liefert ein positives Gesamtergebnis ab, das sich sehen lassen kann und lĂ€sst auch teilweise deutlich teurere KonkurrenzgerĂ€te alt aussehen. Mit einer Apple Watch kann das Armband zwar nicht mithalten, teurere Tracker von Fitbit und Co. steckt das Xiaomi Band allerdings problemlos in die Tasche.

Preislich ist das Mi Band 5 derzeit als Direktimport fĂŒr teilweise 30 bis 35 Euro mit Versand* nach Deutschland erhĂ€ltlich, bei deutschen Onlineshops werden meist etwa 40 Euro oder mehr verlangt. Wer keine aufwendigen Smartwatch-Features erwartet sondern sich mit Fitnesstracker-Optionen wie SchrittzĂ€hler, Musiksteuerung und SchlafĂŒberwachung zufrieden kann erhĂ€lt mit dem Mi Band 5 ein solides Gesamtpaket.

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